Infektionskrankheiten beim Hund

 

 

 > Parvovirose

 > Hepatitis

 > Staupe

 > Leptospirose

 > Zwingerhusten

 > Tollwut

 > Borreliose

 

 

 

 

 

Wie beim Menschen, gibt es auch beim Hund eine Vielzahl von Infektionskrankheiten.
Die Erreger der Infektionskrankheiten sind Bakterien und Viren.
Die Ansteckung kann durch gegenseitiges Belecken und Beschnüffeln von infizierten Artgenossen erfolgen.
Aber auch durch das Schnüffeln an infiziertem Kot (Hunde lesen über den Kot Nachrichten ihrer Artgenossen = Nasentiere), durch Menschenhände, Schuhe e.t.c. sind Übertragungen möglich.
Lassen Sie also zum Schutz Ihres Labbis und vor allem auch zu Ihrem eigenen Schutz, Ihren Labbi regelmäßig impfen. Impfung
Denn verschiedene Krankheiten z. B. Leptospirose, Tollwut oder Mandelentzündung können auch auf den Menschen (und zum Teil umgekehrt) übertragen werden.
Man spricht dann von einer Zoonose.

 

 

 

 

Wenn Sie Ihren Welpen abholen, ist er 8 Wochen alt und hat bereits seine Grundimmunisierung,
also seine 1. Impfung hinter sich.
Diese Impfung umfasst in der Regel:
-> Parvovirose, -> Hepatitis, -> Staupe, -> Leptospirose und eventuell -> Zwingerhusten.

Diese Impfung muss im Alter von 12 Wochen wiederholt werden, um einen vollständigen Schutz aufzubauen.
Bis dahin hat der Welpe nur einen bedingten Schutz aufgebaut!!

Wichtig: Erst ca. 14 Tage nach der 2. Impfung hat Ihr Labbi vollen Impfschutz!!
Eine weitere Impfung im Alter von ca. 16 Wochen wird von Tierärzten empfohlen.
Ebenfalls eine sehr wichtige Impfung, die Ihr Labbi auf jeden Fall bekommen muss, ist die -> Tollwutschutzimpfung.
Sie ist zwar in Deutschland momentan noch keine Pflicht, aber wenn Sie zum Beispiel ins Ausland verreisen, müssen Sie diesen Impfschutz vorweisen!
Aber auch bei uns in Deutschland ist die Gefahr einer Ansteckung (z.B.Füchse) recht groß!

 

 

Impfung

Um einen dauerhaften Schutz zu erhalten ist es wichtig, dass die Impfungen jährlich wiederholt werden!!
Allerdings ist mittlerweile der Impfschutz für einzelne Erreger schon deutlich länger, so dass die Wiederholungsintervalle verlängert werden können!
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt und lassen Sie sich ausführlich beraten!

 

 

In Ihrem Impfbuch werden Sie folgende Abkürzungen finden:

->

S

=

Staupe

->

H

=

Hepatitis ( auch H.c.c.)

->

L

=

Leptospirose

->

P

=

Parvovirose

->

T

=

Tollwut

->

Pi

=

Zwingerhusten (Parainfluenzavirus)

 

  Es sind in der Regel Kombinationsimpfungen, so lesen Sie dann z.B. in dem Impfbuch folgende Kürzel:
  SHPPI LT, dies bedeutet, dass der Hund mit einem einzigen “Piekser” gegen sämtlicher Erreger geimpft wurde!

-> Borreliose ist eine weitere Infektionskrankheit, die durch infizierte Zecken übertragen werden kann,
  auch hierfür gibt es eine Impfung.

 

 

 

Hier eine Übersicht der wichtigsten Erkrankungen, gegen die geimpft werden sollte (muss!!).

 

 

S = Staupe


Diese Krankheit wird durch das canine Staupevirus ausgelöst und ist wohl die bekannteste Infektionskrankheit bei jungen Hunden. Denn es sind vor allem junge Hunde im Alterszeitraum von acht Wochen bis sechs Monaten betroffen, aber auch ungeimpfte Tiere jeden Alters.
Das Virus wird über die Maul- oder Nasenschleimhaut aufgenommen und die Ansteckung erfolgt direkt von Hund zu Hund oder auch durch uns Menschen (infizierte Kleidung, Schuhe).
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt 3 - 7 Tage.
Es werden verschiedene Verlaufsformen unterschieden, die jedoch auch kombiniert auftreten können.
Allen gemeinsam ist das Auftreten hohen Fiebers, welches bis auf 41°C ansteigen kann, sowie Appetitlosigkeit und Apathie.

Darmstaupe: Akute Durchfälle und heftiges Erbrechen sind die ersten Anzeichen dieser Form der Staupe.

Lungenstaupe: Niesen, Husten, Atemnot, Nasenausfluss und verschärfte Atemgeräusche (Mandelentzündung).
Bindehautentzündung kann noch hinzukommen.

Nervenstaupe: Diese Form ist die ungünstigste Form, ist sehr schwierig zu behandeln und führt häufig dazu, dass der Hund eingeschläfert werden muss!
Krampfartige Zuckungen (sogenannter Staupe-Tick), Bewegungsstörungen und Lähmungen sind die ersten Anzeichen,gefolgt von Veränderungen im Bereich der Augen (Sehnervschädigungen, Veränderungen der Retina), des Rückenmarks, Anzeichen einer Gehirnerkrankung die mit Kopfschiefhaltung, Ausfall von Hirnnerven, epileptiforme Anfälle, Depression, bis hin zur Blindheit, einhergeht.
Parallel treten meist Verhärtungen der Sohlenballen, der so genannten Hartballenkrankheit auf. Da die Viren die für die Zahnbildung zuständigen Zellen der Hunde befallen, tritt nach überstandener Infektion nicht selten ein Staupegebiss auf, welches durch ausgedehnte Defekte (bräunliche Flecken) des Zahnschmelzes der Hunde gekennzeichnet ist.

 

 

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H = Hepatitis


Die Hepatitis contagiosa canis (Hcc) wird auch "Ansteckende Leberentzündung der Hunde" genannt und ist ebenfalls eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit der Hunde.
Die Ansteckung erfolgt wie bei der Staupe, über die Maul- oder Nasenschleimhaut und kann direkt von Hund zu Hund oder auch durch uns Menschen (infizierte Kleidung, Schuhe) übertragen werden.
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt 2-10 Tage. Hohes Fieber, Apathie, vermehrte Wasseraufnahme und Appetitlosigkeit sind die ersten Anzeichen, gefolgt von blutigem Erbrechen und Durchfall. Durch Einblutungen ins Gehirn können neurologische Symptome auftreten, welche sich gleichfalls infolge eines Leberversagens durch Überlastung mit toxischen Stoffwechselprodukten entwickeln können. Als spätere Folge der Infektion können Trübungen der Hornhaut auftreten, die zu vermindertem Sehvermögen bis zur Erblindung führen. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen, je nach Schweregrad, kann die Erkrankung bis hin zum Tod des Hundes führen.

 

 

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L = Leptospirose


Die Leptospirose der Hunde ist eine weltweit vorkommende, durch Leptospiren (Bakterienart) hervorgerufene, ansteckende Infektionskrankheit. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt über die Haut oder Schleimhäute und kann direkt von Hund zu Hund, aber auch durch Mäuse, Ratten, sowie durch mit Leptospiren infizierte Gewässer (Teiche, Seen, Tümpel) übertragen werden.
Auch eine Infektion des Menschen durch den Hund ist möglich, die Leptospirose ist eine Zoonose.
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt 5 - 20 Tage.
Die ersten Symptome der Erkrankung zeigen sich in Müdigkeit, Schwächezustände, Erbrechen, Durchfall, Fieber und Appetitlosigkeit, gefolgt von akuten Nierenentzündungen, die häufig mit akutem Nierenversagen enden. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen und die Prognose hängt von der Art der Erkrankung ab, so kann die Leptospirose auch Gelbsucht auslösen, die immer einen schweren Verlauf nimmt. Die Leber- und Nierenfunktion wird meistens sehr stark geschädigt, so dass die Prognose eher ungünstig ist.

 

 

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P = Parvovirose


Die Parvovirose ist eine hoch ansteckende durch Parvoviren hervorgerufene Infektionskrankheit.
Am empfänglichsten für die Erkrankung sind noch nicht immunkompetente Welpen im Alter von 2 - 16 Wochen, aber auch Hunde aller Altersgruppen, allerdings werden die schwersten Krankheitsverläufe bei Welpen beobachtet.
Der Erreger dringt über die Nasen- und Maulschleimhaut in den Körper ein und wird meist mittels Beschnuppern oder Belecken infizierter Oberflächen aufgenommen, aber auch durch Menschen, die mit infizierten Tieren in Kontakt gekommen sind (Hundebesitzer,Tierärzte, über Schuhwerk verschlepptes Virusmaterial).
Der Krankheitserreger ist in der Umwelt viele Monate lebensfähig. Er kann auch durch Desinfektion nur schwer abgetötet werden.
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt 4 bis 10 Tage.
Die ersten Symptome der Erkrankung zeigen sich in Auftreten von hohen Fiebers (41,5°C), Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit, gefolgt von Erbrechen und Durchfall, wobei der Kot meist übel riecht, häufig blutig und von grauer Farbe sein kann. Mit dem Kot werden große Mengen hochinfektiösen Erregermaterials ausgeschieden. 
Bei schweren Verlaufsformen tritt innerhalb von 24 bis 48 Stunden der Tod ein.
Drei bis zwölf Wochen alte Welpen sterben häufig an der Infektion, ohne dass es vorher zur Ausprägung klinischer Symptome gekommen ist.
Durch den hohen Wasser- und Salzverlust, infolge des Erbrechens und der Durchfälle kommt es sehr rasch zur Dehydratation (Austrocknung).

 

 

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Pi = Zwingerhusten


Der Zwingerhusten (infektiöse Tracheobronchitis) wird durch verschiedene Viren und Bakterien übertragen. Am häufigsten beobachtet wird hierbei das canine Parainfluenzavirus (CPIV) und das Bakterium Bordetella bronchiseptica, welches auch an der Ausbildung des Katzenschnupfen-Komplexes beteiligt ist.
Diese Erkrankung der oberen Atemwege von Hunden hat eine Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) von 4 – 7 Tagen.
Der Name Zwingerhusten ist ein wenig irreführend, denn diese Krankheit befällt nicht nur Hunde in Zwingeranlagen, sondern überall dort wo sich viele Hunde aufhalten, z.B.: Hundeschule, Hundewiesen oder auch einfach dort wo viele Hunde spazieren gehen!!
Der Zwingerhusten ist im übertragenen Sinne nichts anderes, als bei uns eine Grippe!
Nur mit deutlich schlimmerem Ausmaß für den Hund.
Umweltbedingungen und Stress begünstigen diese so genannte Faktorenkrankheit.
Es tritt zunächst ein trockener, harter Husten auf (als ob etwas in der Kehle steckt), Mandelentzündung, eitriger Nasen- und Augenausfluss, Fieber oder auch eine Lungenentzündung können hinzukommen.

 

 

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T = Tollwut


Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute lebensbedrohliche Encephalitis (Gehirnentzündung) verursacht.
Hauptüberträger ist der Fuchs.
Der Erreger wird durch Speichel eines tollwütigen Tieres übertragen. Dies kann über kleine Verletzungen der Haut die mit dem Sekret in Kontakt kommt, aber auch durch Biss, wobei virushaltiger Speichel in die Bisswunde eindringt,geschehen.
Nach dem Eindringen siedelt sich das Virus über das Nervengewebe im Gehirn an und löst dann die der Tollwut eigenen Erscheinungen aus. Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt im Regelfall 2 bis 8 Wochen. Die Krankheit dauert zwischen einem Tag und einer Woche und endet praktisch immer tödlich. Die Krankheit beginnt häufig mit Wesensveränderungen. Erkrankte Hunde können dabei besonders aggressiv und bissig werden, sind übererregt, zeigen einen gesteigerten Geschlechtstrieb und bellen unmotiviert („rasende Wut“). Später stellen sich Lähmungen ein, die zu heiserem Bellen, Schluckstörungen (starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul), Heraushängen der Zunge führen und infolge Lähmung der Hinterbeine kommt es zum Festliegen.
Die Phase der „rasenden Wut“ kann auch fehlen und die Tollwut gleich mit Lähmungserscheinungen beginnen („stille Wut“). 
Die Infektionskette der Tollwut wird durch die Schutzimpfung der Haustiere unterbrochen. Sie dient mittelbar daher auch dem Schutz des Menschen. Diese Viruserkrankung muss bei Tieren rigoros kontrolliert werden, weil auch eine Übertragung auf den Menschen mit gefährlichen Auswirkungen möglich ist. Ein tollwutverdächtiges Tier kommt in Quarantäne und wird bei Bestätigung der Krankheit sofort getötet!
Wenn der Hund nachweislich schutzgeimpft ist, besteht für ihn keine Tötungspflicht. In der Regel wird er nur nachgeimpft und eine gewisse Zeit unter Beobachtung gestellt. Die Schutzimpfung ist gültig (Nachweis Impfpass), wenn sie mindestens vier Wochen und längstens ein Jahr zurückliegt.
An Tollwut können alle Säugetiere und bedingt auch Vögel erkranken.
Um die Verbreitung der Krankheit zu bekämpfen, besteht für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr mit kleinen Haus- und Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) schon seit Langem eine allgemeine Impfpflicht gegen Tollwut.
Die von Land zu Land sehr unterschiedlichen zusätzlichen Bestimmungen werden für die Verbringung von Tieren innerhalb der Europäischen Union mit der Einführung des EU-Heimtierausweises ab dem 4. Oktober 2004 vereinheitlicht.

 

 

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Borreliose


Die Borreliose wird durch den Speichel von infizierten Zecken übertragen. Erreger der Zeckenborreliose sind Bakterien. Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausprägung der ersten Symptome) beträgt einige Tage bis zu mehreren Wochen.
Erste Symptome können sein: Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Fieberschübe und unterscheiden sich zunächst kaum von denen anderer Infektionskrankheiten. Später folgen schmerzhafte Gelenkentzündungen (Lähmungen, Bewegungsstörungen), Schädigungen des Nervensystems und wichtiger Organe.
Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Borreliose durch Antibiotika therapierbar.
Da die Krankheit aber häufig erst Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten kann, wird meist kein Zusammenhang mit dem Zeckenbiss hergestellt, so dass hier häufig nicht richtig und gezielt behandelt wird. Um die Einstichstelle herum kommt es zwar zu einer typischen, ringförmig sich ausbreitenden Hautrötung, die beim Menschen als Wanderröte bezeichnet wird.
Dies ist für die Infektion beim Menschen ein eindeutiges und frühzeitiges Symptom, das aber beim Hund oft fehlt oder leider wegen Fell und dunkler Hautpigmentierung übersehen wird.

 

 

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© seit 2004 Claudia Pelzer